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Die bröckelnde Festung

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Die Festung Grauerort wurde 1879 von den Preußen errichtet. Sie ist ein ausgeklügelter Verteidigungsapparat, der erst den Franzosen und dann den Engländern trotzen sollte. Von Bützfleth aus wollte man die Unterelbe sowie die Stadt Hamburg sichern. Die Betonung liegt auf „wollte“. Denn das Preußenfort wurde in 140 Jahren in keine einzige Kampfhandlung verwickelt. Dabei wäre es gefeit gewesen. Im Zweiten Weltkrieg war sie ein Seeminendepot, zweckentfremdet von den Nazis, die ihren Mauern nachhaltig Schaden zufügten.


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Heute bröckelt die Festung vor sich hin. In diesem geschichtsträchtigen Hexagon macht sich Ernüchterung breit. Die Westseite ist sicherheitshalber mit Maschendrahtzaun vor Besuchern abgesperrt. Ziegelsteine sind locker, ein Teil der Schießplattform zugewuchert. Schwere Gehwegplatten auf schwarzer Folie schützen notdürftig vor einfallendem Regen. Wurzeln von Bäumen und Büschen gruben sich jahrelang immer tiefer in die Bausubstanz. Herabfallende Blätter und Äste boten der Natur optimalen Nährboden. Heute fließt das Wasser durch Leckagen teilweise direkt in das Gemäuer ab.

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Schon früh entdeckten die Menschen den Schutz dieses Kehdinger Landstrichs. Die Festung wurde auf einer sogenannten Grove errichtet. Sie schiebt sich hornartig an die Elbe heran und war dadurch geostrategisch relevant. Im Ersten Weltkrieg wurde die Festung elektrifiziert und zu einem provisorischen Seeminendepot umgerüstet. Während des Zweiten Weltkriegs waren auf der Festung Luftabwehrgeschützte stationiert, die nie eingesetzt wurden. Von 1960 bis 1985 wurde das Gelände schließlich zur Delaborierung alter Munition genutzt. Die ständigen Umbauten haben am historischen Preußenfort ihre Spuren hinterlassen.


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Das Fort ist ein Ziegelbauwerk, das auf Holzpfählen gründet. Der Grundriss ist sechseckig. Die Leitung bei der Konstruktion übernahm der Ingenieuroffizier und Hauptmann Labes, der als Koryphäe dieser Architektur galt. Die Festung ist ein architektonisches Meisterstück.

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Texte und Fotos:
Karsten von Borstel

Digitale Bearbeitung:
Alexander Schulz

Musik:
"Ghost Story" Kevin MacLeod (incompetech.com)
Licensed under Creative Commons: By Attribution 3.0 License
http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/


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